
"gewässerschonende Landbewirtschaftung in Wasserschutzgebieten"
Projektzielsetzung
Grundwasserschutz wird für alle Landnutzer zu einem immer wichtigeren Thema. Vor allem in Wasserschutzgebieten (WSG) müssen die Landnutzer neben den Vorgaben einer ordnungsgemäßen Landbewirtschaftung z.T. besondere Auflagen berücksichtigen.
Diese WSG weisen jedoch individuelle Belastungspotenziale und Schutzbedürfnisse auf, die durch starre Schutzverordnungen nur unzureichend berücksichtigt werden können. Das Beratungsprojekt soll die Landnutzer bei der Umsetzung einer ordnungsgemäßen und gewässerschonenden Landbewirtschaftung innerhalb der WSG, gemäß der Gesetze und Verordnungen unterstützen. Durch individuelle Berücksichtigung von Agrarstruktur und Standortverhältnissen sollen Einschränkung der Landbewirtschaftung maßvoll umgesetzt werden, jedoch die gewässerschützende Wirkung von Maßnahmen gegenüber starren Regelungen gleichzeitig optimiert werden, wodurch ein wesentlicher Beitrag zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung geleistet werden soll.
Schutzgebiete der Klassen B und C
Das Projekt adressiert zunächst Landnutzer in WSG der Klasse B (15-25 mg/l Nitrat) mit "noch geringem" Belastungspotenzial. Kurzfristige Anstiege des Nitratwertes in den kritischen Bereich sind nach jüngsten Erfahrungen jedoch nicht auszuschließen, wogegen im Rahmen des Projektes bereits Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden. Da in diesen Schutzgebieten feste Kooperationen zwischen Land- und Wasserwirtschaft nicht die Regel sind, verfolgt das Projekt einen übergreifenden Beratungsansatz, der nach Bedarf auf die jeweiligen örtlichen Verhältnisse angepasst wird. Zusätzlich erfasst das Projekt WSG der Klasse C (25-50 mg/l Nitrat), in denen keine lokalen Kooperationen etabliert werden konnten.
Projektstruktur
Projektteilnehmer und Finanzierung:
· Land Hessen
· Wasserversorgungsunternehmen und Kommunen im Wetteraukreis und Hochtaunuskreis
(Oberhessische Versorgungsbetriebe AG, Stadtwerke Büdigen, Stadtwerke Bad Homburg, Stadtwerke Bad Vilbel, Niddatal, Stadtwerke Nidda, Münzenberg, Ranstadt, Kefenrod, Grävenwiesbach, Glauburg, Hirzenhain)
Träger des Projektes und Förderer:
· Wetteraukreis
Mit Durchführung beauftragt und Förderer:
· Maschinenring Wetterau e.V.
Beteiligte Behörden und Unternehmen:
· Obere Wasserbehörde des RP Darmstadt
(Abteilung Staatliches Umweltamt Frankfurt und Wiesbaden)
· Untere Wasserbehörde
(Landrat des Wetterau-und. Hochtaunuskreises)
· Hauptabteilung Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz (Landrat des Wetterau-und. Hochtaunuskreises)
· Ing.-Büro Schnittstelle Boden

Abb. 1: Wetteraukreis mit Projekt-WSG
Projektkurzbeschreibung
Das Beratungsprojekt gliedert sich in verschiedene Phasen.
In der Vor-Projektphase erfolgte die Kontaktaufnahme mit allen, in den teilnehmenden Wasserschutzgebieten wirtschaftenden Landnutzern. Im Rahmen von Informationsveranstaltungen werden die verwaltungsrechtlichen Hintergründe und Inhalte des Projektes erläutert und für eine Mitarbeit geworben.
Hiernach werden detaillierte Informationen zur Agrarstruktur durch Befragung und Kartierung erfasst. Ebenso werden die unterschiedlichen Belastungsformen (Nährstoff-, Keimbelastung, etc.) in den einzelnen WSG gemeinsam mit den Wasserversorgungsunternehmen bewertet, um individuell angemessene Beratungsschwerpunkte gemäß dieser Belastungsformen erarbeiten zu können.
Parallel erfolgt die Sichtung und wenn erforderlich, die digitale Erfassung aller relevanten standörtlichen und wasserwirtschaftlichen Daten der Wasserschutzgebiete und Wassergewinnungsanlagen in einem Geographischen Informationssystem, angeschlossenen Datenbanken und geeigneten Analysewerkzeugen. Nach übergreifenden Auswertungen werden diese Standort-, Bewirtschaftungs- und Gütedaten zur Unterstützung der Beratung zeitnah zur Verfügung gestellt.
Hierauf aufbauend werden in der 1. Projektphase gemeinsam mit den Landnutzern Maßnahmen erarbeitet, die zu einer Minderung der erkannten Belastungsschwerpunkte in den einzelnen WSG beitragen können und gleichzeitig die gegenwärtige Landnutzung nur in unvermeidbare Fällen einschränken. Nachfolgend werden beispielhaft einige mögliche Arbeitsschwerpunkte beschrieben:
Beispiele für Arbeitsschwerpunkte
Optimierung der Nährstoffausnutzung
=> Vermeidung von Nährstoffüberschüssen
· Düngeempfehlungen
- Nmin, Bilanzansatz, N-Tester
· Nährstoffbilanzierung
- Feld-Stall, Schlagbezogen
· Optimierung des Einsatzes Organischer Dünger
- Unterstützung/Empfehlungen bei Nährstoffgehaltsbestimmung
- Ausbringungsplanung
· Geeignete Ausbringungstechnik
Optimierung der Nährstoffausnutzung
=> Vermeidung von Nährstoffverlusten
·Zwischenfruchtanbau
- Fixierung von Nährstoffüberschüssen über die winterliche Sickerperiode
- Verbesserung Bodenfruchtbarkeit und Bodenstruktur
· Gewässerschonende Bodenbearbeitungs- und Anbausystemen
-Reduzierte Bodenbearbeitung, Mulchsaat
Hilfestellung beim Umgang mit geltenden Gesetzen und Verordnungen zur ordnungsgemäßen Landbewirtschaftung
· Düngeverordnung
· Bundes- und Hessisches Wassergesetz
· Bundesbodenschutzgesetz
· Bundesnaturschutzgesetz
· Wasserschutzgebietsverordnung
· etc.
Übertragung und Anpassung der Erkenntnisse der gewässerschonenden Landbewirtschaftung auf den Kleingartenbereich
· Beratungsveranstaltungen
· Bewusstseinsbildung
Erfolgsbewertung
Aufgrund des komplexen Wirkungsgefüges des Wasserhaushaltes sind gesicherte Erkenntnisse über sinkende Nitratgehalte während der Projektlaufzeit noch nicht zu erwarten. Mittelfristige Erfolgskriterien wie die Steigerung der Flächen mit Zwischenfrüchten und Untersaaten, die Bestimmung des Nährstoffbedarfs durch Bodenuntersuchungen, ausgeglichene Nährstoffbilanzen und die Bewusstseinsbildung für eine gewässerschonende Wirtschaftsweise werden deshalb zusätzlich bewertet.
Kontaktadresse:
Maschinen und Betriebshilfsring Wetterau e. V.
FRANK LOTZ
Kölner Str. 10
61200 Wölfersheim
Telefon: 06036/9787-12
Fax: 06036/9787-32
eMail: f.lotz@mr-wetterau.de
www.mr-wetterau.de