Zwischenfruchtanbau in der Praxis

Der Maschinenring Wetterau führt regelmäßig eigene Demoversuche zum Thema Zwischenfruchtanbau durch. Dabei werden beispielsweise verschiedene Zwischenfrucht-Mischungen, Saatzeitpunkte und Saattechniken auf deren Wirksamkeit überprüft. Diese Ergebnisse halten Einzug in die Beratung und werden in Infoschreiben oder in Vorträgen öffentlich gemacht.

 

Ergebnisse aus den ZWF-Demoversuchen

Vorerntesaat von Zwischenfrüchten mit Drohne

Die Wasserschutzberatung des MR Wetterau lud am 6.11.2025 zur Feldbegehung des diesjährigen Zwischenfruchtversuches ein. 13 interessierte Teilnehmer fanden sich zur Begehung des Versuches ein, welcher mit freundlicher Unterstützung durch den Betrieb Damm (Schelmenhäuser Hof) und der Deutschen Saatveredelung angelegt wurde.

Im Mittelpunkt des Versuches stand die Vorerntesaat mit der Drohne (Saat 11.7.25) in den stehenden Weizenbestand (Ernte 10.8.25). Dieses Saatverfahren sollte in Vergleich gesetzt werden mit einer Direktsaat und einer Mulchsaat (beide Saat 13.8.25). Es wurden pro genanntem Saatverfahren zwei Saatgutmischungen ausgebracht (BetaMaxx30 (DSV) und Ramtillkraut/Phacelia/Michelsklee). Auf die Zwischenfrucht folgen Zuckerrüben.

Die Teilnehmer der Veranstaltung erhielten detaillierte Fachinformationen zu Versuch, Drohnentechnik und den Rahmenbedingungen durch Theresa Jung und Frank Lotz (MR Wetterau), Andres Werner (DSV) und Andreas Damm (Betriebsleiter).

Während der aufmerksamen Begehung der Bestände sowie Bewertung von Bodenstruktur, -bedeckung, Durchwurzelung und Wasserführung anhand von einem Bodenprofil wurde intensiv diskutiert sowie die nachfolgenden Vor- und Nachteile herausgearbeitet:

1

Drohnensaat

(keine Bodenbearbeitung)

  • Brechen Arbeitsspitze, Leistung ggf. für ÜMV auslagern

  • Geringere Kosten (Kosten Saatbettbereitung Folgekultur unberücksichtigt)

  • Kostenvorteil nur gegeben, wenn Netz regionaler Dienstleister aufgebaut wird!

  • Allg. Vorsprung, Biomasse, Wuchshöhe, Beschattung. Im Versuch: Lückiger Bestand, da Saat zu früh vor Ernte erfolgte (Abschwemmung, Vertrocknung). Ebenso unzureichender PSM Abbau (Sulfonylharnstoff)

  • Bodenschutz, Erhalt Makroporen, optimale Infiltration, Wasserspeicherung auch in tieferen Bodenschichten

  • In feuchten Jahren meist erfolgreich


  • Probleme bei Trockenheit sowie Schnecken bzw. Mäusedruck.

2

Direktsaat

keine Bodenbearbeitung

  • Technik evtl. im Betrieb o. regional beziehbar

  • keine Bodenbearbeitung

  • Allg. Vorsprung gegenüber Ausfallgetreide, Wasserkonservierung, Bodenschutz. Im Versuch: Bester flächendeckender Bestand

  • Bodenschutz, Erhalt Makroporen, optimale Infiltration, Wasserspeicherung auch in tieferen Bodenschichten

  • In feuchten Jahren meist erfolgreich


  • Probleme bei Trockenheit sowie Schnecken bzw. Mäusedruck

3

Mulchsaat

Stoppelsturz 13.8. mit Flachgrubber 5cm

  • Technik im Betrieb, Flexibilität

  • geringe Bodenbearbeitung

  • Allg. Boden und Verdunstungsschutz Im Versuch: Mittlere Bestandsgüte. Durch Grubbergang vor ZWF Saat erhielt auch Ausfallgetreide optimale Keimbedingungen

  • Erfolgreicher bei Trockenheit sowie Schnecken bzw. Mäusedruck


  • Minderung Makroporen durch Bodenbearb., jedoch ebenfalls hohe Infiltration und Wasserspeicherung, deutlich über konv. Systemen

Auch im 2. Versuchsjahr der Drohnensaat konnte das Verfahren die Erwartungen nicht erfüllen. Die erheblichen Ausfälle der Drohnenvarianten (Trockenheit, Abschwemmen, Mäusefraß, PSM-Schaden) mindern den Erfolg des Verfahrens im Versuchsjahr. Es blieb bewusst den Teilnehmern überlassen, Pro und Contra der Verfahren auf ihre eigenen Betriebssysteme zu übertragen. 

Für weitere Fragen stehen Theresa Jung und Frank Lotz gerne zur Verfügung.

Impressionen von der Feldveranstaltung


Ergebnisse aus dem CATCHY-Projekt - Was Zwischenfrüchte leisten können

In einem 9-jährigen Feldversuch wurden Zwischenfrüchte auf ihre Leistung überprüft. Das Projekt hat den hohen Nutzen von Zwischenfrüchten aufgezeigt.

Die Broschüre mit den Ergebnissen können Sie hier abrufen: